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Farben des Lichts

 

Es gibt Momente,

da fühle ich mich groß.

In mir ist ein Brausen und Schwellen.

Es tanzt und singt, gluckst und lacht.

Ich könnte vor Freude meine Brustkorb weit öffnen,

und alle Welt in mich aufnehmen

und mit ihr dieses Glück gemeinsam fühlen.

 

Es gibt Momente,

die kann ich nicht fassen.

Sie sind unbeschreibbar schön.

Ich spüre deine Wärme

und gleichzeitig habe ich eine Gänsehaut.

Das fühlt sich so klein und zart an,

und ist doch so umfassend und riesengroß.

 

Es gibt Momente,

da sehe ich diese Gesichter.

So voller Zerstörung und Schmerz,

so hoffnungslos und verzweifelt.

Und da weiß ich,

woher ich komme -

und womit ich mich niemals abfinden werde.

 

Es gibt Momente,

da ist alles still.

So eine tiefe Ruhe, so eine endlose Weite,

Frieden.

Ich treibe durch den Raum,

satt und rund vor stillem Glück.

Und am Horizont steht dunkelgelb und groß der Mond.

 

Es gibt Momente,

da bin ich eins mit vielen.

Wir sind auf der Straße,

du bist neben mir und du auf der anderen Seite.

Vor uns, hinter uns, die anderen.

Ich spüre eure Kraft, sie trägt mich.

Wir tragen uns.

Zusammen können wir die Welt aus den Angeln heben.

 

Es gibt Momente,

da bin ich eine Katze.

Ich spüre mich mit jeder Faser.

Ich springe über die Dächer,

lande auf allen Vieren auf dem Asphalt,

federe leicht ein.

Ich sauge gierig die Nachtluft ein,

sie schmeckt nach Abenteuer.

 

Es gibt Momente,

da bin ich verzaubert.

Ich höre das Trompeten der Kraniche im Morgennebel über dem Moor.

Ich sehe die feinen Verästelungen der Tropfsteine tief unter der Erde.

Ich schmecke das kalte, klare Wasser aus türkis leuchtenden Gumpen in einer Schlucht im Gebirge.

Ich rieche den Schnee in der frischen Luft an einem klaren Wintermorgen.

Ich spüre das ruhige Auf und Ab der großen Wellen, im kleinen Boot, draußen auf dem Meer.

Ich fühle den Wind auf dem Berg meine Haut streicheln und die Sonne sie wärmen.

 

Nein, ich habe noch nicht genug.

Ich habe Lust auf Leben.

 

Hannes


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